Katzen brauchen Eiweiß

Proteine, umgangssprachlich auch Eiweiße genannt, sind die wichtigsten Grundbausteine allen Lebens und für das Wachstum jeder Körperzelle und der Muskulatur lebenswichtig. Haare, Haut und Muskeln bestehen fast nur aus Eiweiß. Proteine selbst bestehen wiederum aus Bausteinen, den Aminosäuren. Katzen benötigen 10 essentielle (lebensnotwendige) Aminosäuren, die nur in tierischen Bestandteilen vollständig enthalten sind.

Die Besonderheit bei Katzen ist nicht nur der hohe Bedarf an Proteinen, sondern die Tatsache, dass sie im Gegensatz zu uns Menschen nicht in der Lage sind, eine zeitweise Verringerung des Eiweißangebotes auszugleichen. Sie sind also stets auf die Zufuhr tierischer Proteine angewiesen.

Ganz oben auf dem Speisplan steht deshalb Fleisch, vor allem aber Muskelfleisch.

Fleisch ist er wichtigste Eiweißlieferant und für Katzen unentbehrlich. Ganz entscheidend ist die Qualität der Proteine und die damit verbundene Bio-Verfügbarkeit. Eiweiß ist nicht gleich Eiweiß!

Die verschiedenen Eiweißquellen unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung. Tierische Nebenerzeugnisse, Bindegewebe, Lunge, Geschlinge, Milz liefern aufgrund ihres unvollständigen Aminosäuremusters nur unzureichend hochwertige Proteine. Das hat zur Folge, dass dem Organismus Eiweiß nicht in ausreichenden Mengen als Lebensbaustein zur Verfügung stehen. Zudem entstehen beim Verdauungsprozess vermehrt schädliche Abbauprodukte, die Nieren und Leber stark belasten können.

Hochverdauliche gesunde Eiweißträger sind Muskelfleisch, Fisch und Herz (zählt zu Muskelfleisch).

Auf Grund dieser natürlichen Vorgaben haben wir uns entschieden, Muskelfleisch als wichtigsten Eiweißlieferant für unsere Menüs zu verwenden.

Fette

Katzen können hohe Fettmengen (bis 64% in der Trockensubstanz) tolerieren und auch gut verwerten. Fett ist notwendig, um die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine sicherzustellen. Wird Fett vorenthalten, so kann dieses zu bedrohlichen Zuständen führen. Deshalb sollten Katzen nicht mit fettarmer Kost ernährt werden, außerdem es liegt eine Erkrankung vor, die nach fettarmer Nahrung verlangt.

Nach ihrer Aufnahme werden Fette durch Enzyme in Fettsäuren und Glycerin aufgespaltet. Glycerin dient als Energiespender, während die Säuren Verdauungsfunktionen erfüllen und die Selbstheilung des Körpers unterstützen.

Fettsäuren bilden die Hauptbestandteile der Zellmembranen. Die Haut ist ständigen Auf- und Abbauvorgängen unterworfen und reagiert daher äußerst empfindlich auf das Fehlen von essentiellen Fettsäuren.

Linolsäuren, Linolensäuren und Archidonsäuren sind für den Stoffwechsel der Katze unentbehrlich. Deshalb sind Katzen auf die Zufuhr dieser lebensnotwendigen ungesättigten  Fettsäuren durch tierische Fette angewiesen. Linolsäure ist einer der wichtigsten Nährstoffe zur Erhaltung eines dichten und glänzenden Felles. Sie verhindert die Austrocknung von Haut und Haarkleid und beugt dem Haarausfall vor. Die Linolensäure hat große Bedeutung für die Unversehrtheit der Zellmembranen, die Funktion des Zentralnervensystems und die Immunität. Linolensäure kann vom Organismus aus Linolsäure gebaut werden.

Wir verabeiten natürliche Fette vom Bio-Geflügel, fetthaltiges Rindfleisch und Lachs. Außerdem enthalten unsere Menüs eine geringe Menga an kaltgeprsstem Bio-Rapsöl. Diese Rohstoffe liefern Ihren Katzen alle oben genannten Fettsäuren in ausreichenden Mengen.

 

Vitamine

Vitamine sind lebensnotwendige organische Verbindungen, die bei der Steuerung chemischer Reaktionen helfen, welche während der Nahrungsumwandlung in Energie und Körpergewebe ablaufen. Sie bieten darüber hinaus für die Zellen einen Schutz vor Giftstoffen und Infektionen und dienen der Aufrechterhaltung aller Körperfunktionen. Auch für ein gutes Immunsystem spielen sie eine wichtige Rolle. Eine Unterversorgung führt zu Mangelerscheinungen, aber auch die Überversorgung einzelner Vitamine kann zu körperlichen Problemen und Krankheiten führen. Bei den Vitaminen unterscheidet man die fettlöslichen Vitamine A, D, E, K und die wasserlöslichen Vitamine B, C. Die fettlöslichen Vitamine können in der Leber gespeichert und je nach Bedarf abgebaut werden. Das hat zwar den Vorteil, dass sie nicht täglich zugefüttert werden müssen, aber auch den Nachteil, dass sich bei längerfristigem Überangebot keine Ausscheidung überflüssiger Vitamine erfolgt. Durch die ständige Speicherung treten schließlich Vergiftungen auf, die so genannten Hypervitaminosen.
Wasserlösliche Vitamine sind der Vitamin-B-Komplex, Vitamin C und Biotin. Sie werden kaum gespeichert und bei einem Überangebot leicht mit dem Harn ausgeschieden. Deshalb müssen sie täglich zugeführt, sonst kommt es langfristig zu Mangelerscheinungen.

Vitamine sind nicht gleich Vitamine!

Natürliche Vitamine sind in fast allen Nahrungsmitteln enthalten und sind in die natürliche Struktur des Nahrungsmittels eingebunden. Gelangen Nahrungsbestandteile in den Darm, reguliert der Organismus, durch ein ausgeklügeltes System mit Hilfe von Enzymen und anderen Hilfsstoffen, das gezielte Ausbrechen aus der schützenden Struktur und die kontrollierte Aufnahme von tatsächlich benötigten Vitaminen (und anderen Nährstoffen). Bei einem Überangebot an natürlichen Vitaminen gibt der Organismus, nachdem sein Bedarf gedeckt ist, den "Befehl", ein weiteres Ausbrechen der Vitamine zu unterlassen und überflüssige Vitamine werden dann innerhalb ihrer schützenden Struktur zum größten Teil ausgeschieden. Damit ist eine bedarfsgerecht Vitaminversorgung für die Gesunderhaltung gesichert.

Synthetisch gewonnenen Vitaminen fehlen die natürlichen Begleitstoffe, in denen sie natürlicherweise eingebettet sind. Demzufolge werden die Vitamine dem Körper in einer hoch aufgeschlossenen Form vorgelegt und somit ist der eigentliche Ausbrechungsvorgang im Gegensatz zu den natürlich eingebundenen Vitaminen nicht mehr notwendig. Dadurch bedingt kommt es zu einer Umgehung der normalen Resorptionskontrolle im Darm und einer "Zwangsaufnahme" der hoch aufgeschlossenen Vitamine. So gelangt einerseits eine nicht angeforderte Menge an Vitaminen ins Blut, was sich schnell zu belastenden Übervitaminisierung ausweiten kann. Vielen Futtersorten werden synthetische Vitamine (z.B. E, A) in enorm hohen Dosen als Haltbarmacher zugesetzt. Einmal im Blut angelangt, muss der Körper sich über den Stoffwechselweg (insbesondere Leber, Nieren) des Überangebots erwehren. Da die Stoffwechselkapazitäten nur in einem begrenzten Umfang auf diese Überversorgungen eingestellt sind, kann es schnell zu Überlastungen und Anreicherungen an nicht dafür vorgesehenen Stellen im Organismus kommen. In der Regel lösen Vitaminüberversorgungen chronische Erkrankungen aus, die sich erst nach einer gewissen Zeit in äußerlich erkennbaren Symptomen kenntlich machen.

Da wir für unsere Menüs hochwertige Bio-Rohstoffe in Lebensmittelqualität verwenden und diese vitaminschonend in der Dose garen, können wir auf synthetische Vitaminzusätze verzichten.

 

Taurin, Mineralstoffe, Kohlenhydrate, Gras

Taurin

...ist eine essentielle Beta-Aminosulfonsäure. Katzen können nur kleine Mengen davon synthetisieren, normalerweise beziehen sie über ihre Beutetiere. Die Katze ist die einzige Spezies, bei der ein Taurinmangel auftritt. Der Bedarf an Taurin ist ungewöhnlich hoch und essentiell für den gesamten Stoffwechsel. Taurin ist auf vielfältige Weise an gesunderhaltenden Vorgängen beteiligt – unter anderem an: Flüssigkeitshaushalt in Muskelzellen, Mineralientransport, Insulinspiegel, Adrenalin, Herzstoffwechsel, Fettverdauung, Immunsystem, Cholesterol, Gehirn- und Augenstoffwechsel, Fruchtbarkeit bei Kätzinnen, Spermaproduktion, Galle. Katzen können nur minimale Mengen Taurin selbst synthetisieren und decken Ihren Bedarf normalerweise über ihre Beutetiere. Die Maus ist übrigens das Beutetier mit dem höchsten Tauringehalt. Taurinmangel führt zur Erblindung und Herzkrankheiten und steht unter Verdacht Diabetes zu begünstigen und an verschiedensten gesundheitlichen Störungen beteiligt zu sein.

Mineralstoffe

...sind für starke Zähne und Knochen und einen funktionierenden Stoffwechsel erforderlich. Die Mineralstoffe, die Katzen brauchen, sind Mengenelemente wie: Kalzium und Phosphor, Kalium, Natrium, Magnesium und Spurenelemente wie Eisen, Kupfer, Mangan, Zink und Selen. Besonders wichtig ist das Verhältnis zwischen Calcium (Ca) und Phosphor (P) und sollte 1.1 : 1 betragen. Gerät dieses aus dem Gleichgewicht, z.B. bei reiner Fleischfütterung, entstehen irreversible Skelettveränderungen. Das Calcium-Phosphor-Verhältnis in unseren Menüs ist optimal angepasst und alle wichtigen Mineralstoffe und Spurenelemente sind ausgewogen enthalten.

Kohlenhydrate

Katzen fehlen einige Enzyme, um Kohlenhydrate adäquat aufzuspalten, da die natürliche Nahrung nur sehr wenige Kohlenhydrate enthält. Katzen benötigen keine Kohlenhydrate, weil sie ihre Energie ausschließlich aus Proteinen und Fetten gewinnen, die bei der Ernährung mit natürlichen Beutetieren in ausreichenden Mengen zur Verfügung stehen. Dennoch machen wenige pflanzliche Anteile Sinn, da kleine Menge von etwa 3 bis 5 % pflanzlichen Materials in Magen und Darm der Beutetiere vorhanden sind und Katzen scheinbar einen Nutzen daraus ziehen. Zu viel Getreide hingegen bringt Katzen kaum Nutzen, da es vor allem unerwünschte “leere” Kalorien in Form von Stärke liefert. Viele Katzen reagieren mit Unverträglichkeiten, Allergien und Fettleibigkeit.

Ballaststoffe

...sind weitgehend unverdauliche Nahrungsbestandteile, die durch Enzyme im Verdauungstrakt nicht zerlegt und vom Stoffwechsel daher nicht verwertet werden. Sie sorgen für eine für eine gut funktionierende Verdauung. Auch Katzen benötigen Ballaststoffe, die ein Beutetier  z.B. in Form von Fell liefert.

Gras

Wie die meisten Raubtiere fressen auch Katzen Gras, sobald sich Gelegenheit bietet. Sie bevorzugen härtere Grassorten und knabbern immer nur ein paar Hälmchen. Gras regt die Verdauung an und unterstützt das Herauswürgen von Haarballen. Es wird auch angenommen, dass Katzen durch das Grasfressen das wasserlösliche Vitamin Folsäure aufnehmen, welches für die Blutbildung unbedingt notwendig ist. Gras sollte Katzen immer zur Verfügung stehen. Katzengras gibt es fertig oder als Samen zu kaufen. Aber auch verschiedene Graspflanzen, wie z.B. Zyperngras ist gut geeignet.

 

Ohne Wasser kein Leben!

Auch Katzen benötigen ausreichend Flüssigkeit, um ihren Organismus und den Stoffwechsel aufrecht zu erhalten und die optimale Funktion aller Organe sicher zu stellen. Als Wüstentiere haben Katzen einen besonderen Mechanismus entwickelt, um den Wasserhaushalt zu regulieren. Denn in diesen wasserarmen Gefilden, hing das Überleben von der Fähigkeit ab, Wasser rationell zu konservieren. In der Niere werden maximale Wassermengen zurück resorbiert und dem Organismus wieder zur Verfügung gestellt. Normalerweise decken Katzen 80- 90 % ihres Wasserbedarfs über die Nahrung.

Deshalb ist es sehr wichtig, dass Katzen mit ihrer Nahrung entsprechend viel Flüssigkeit aufnehmen. Anders als bei uns Menschen verfügen Katzen nicht über ein ausgeprägtes Durstgefühl.

Im Gegensatz zu anderen Tieren und zu uns Menschen ersetzen Katzen fehlende Flüssigkeit nicht durch zusätzliche Wasseraufnahme, sondern durch erhöhte Wasserrückresorption in den Nieren. Der Harn wird noch konzentrierter und die Gefahr einer Harnsteinbildung (Struvitsteine) und Nierenerkrankungen erhöht sich. Fehlt dem Organismus Flüssigkeit, fressen Katzen als Erstes mehr. Zur vermehrten Wasseraufnahme kommt es erst dann, wenn sie bereits einen extrem hohen Wassermangel haben und die Nieren nicht mehr in der Lage sind, diesen auszugleichen. Dieser gefährlichen Kreislauf zeigt sich vor allem bei der Fütterung von Trockenfutter.

Aus diesem Grund produzieren wir auschließlich Nassfutter und raten von einer Ernährung mit Trockenfutter ab!